>>>>>>>>>>   Berichtsskizze   <<<<<<<<<<

Seniorinnen und Senioren entdecken das Internet

    Inhalt:
    Der Vorlauf bis das Thema stand
    Die Kursstruktur
    Geplanter Ablauf
    Bemerkungen zum Verlauf
    "Haipätext, Ha.te.em.el" und "Hohmpädsch"
    Die ausgelegten oder -gegebenen Materialien (außer dem Kaktus)
    Das Feedback
    Erfahrungen
 


Bild: Kursräumlichkeit

Im März 1998 führte der Autor mit Unterstützung von drei 'Tutoren' einen Einführungskurs ins Internet, speziell für Seniorinnen und Senioren, durch. Der "Aktive im VorRuhestand", der zwar nicht mehr arbeitet, sein Wissen jedoch gern weiter gibt, fand im Duisburger isk (Institut für Sozial- und Kulturforschung e.V.) interessierte Geprächspartner für seine Gedanken einer Wissensvermittlung an Senioren durch Senioren.
Das isk hat die Seniorenagentur Duisburg realisiert und plante die Umsetzung ihres preisgekrönten Konzeptes "Senioren ans Netz" durch den hier beschriebene Kurs "Internet KennenLernen" und bot dem Autor die Ausführung an. Der Kurs konnte 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 77 und 57 Jahren kostenfrei (!) angeboten werden, weil das isk hierfür ein Preisgeld einsetzen konnte. Am Ende des Kurses hatten die Teilnehmer hinreichende Kenntnisse und Erfahrungen und konnten die Techniken und Inhalte der Internetanwendungen beurteilen und nutzen.

Aufgrund eines großzügigen Angebotes der Berthold Brecht Kolleg Schule im Süden Duisburgs, konnte der Kurs dort in einem gut ausgestattetem PC-Raum stattfinden. Wichtige Ergebnisse des 3 wöchigen, bzw. 8 halbtägigen Kurses sind, daß
1. bei vorhandenen - auch geringen - PC- Kenntnissen mehr Wissen an Senioren vermittelt werden kann, als angenommen,
2. die Teilnehmer nicht an "ihrem" PC kleben, sondern auch von sich aus Plätze wechseln, um gemeinsam Erfahrungen zu sammeln und zu diskutieren,
3. eine kontinuierliche Teilnahme nicht für alle möglich ist,
4. keine geschlechterspezifischen Unterschiede im Lernen beobachtet wurden,
5. die PC-technische Ausstattung einheitlich und stabil sein muß,
6. 'Online-Demonstrationsmöglichkeiten' notwendig sind,
7. eine systematische Aufnahme der bevorzugten Internet-Anwendungen und der Schwierigkeiten leider versäumt wurde.

1. Der Vorlauf bis das Thema stand

Die Seniorenagentur Duisburg ist eine sozial-pädagogisch betreute Einrichtung des isk und bestimmter Wohlfahrtsverbände in Duisburg. Parallel zum Aufbau eines "Info-Pools" und in Ergänzung dazu, wurde im Herbst 1997 das Konzept der Vermittlung von Medienkompetenz an ältere Frauen und Männer erarbeitet. Aufgrund bereits erfolgter Vorarbeit und weil das Konzept - im Oktober 1997 mit dem "Deutschen Seniorenpreis Multimedia" prämiert - finanziell gesichert war, konnte der erste Kurs bereits im März 1998 durchgeführt werden.
In einem Vorbereitungsgespräch im Dezember 97 wurden zwei Kursteile identifiziert:
    PC kennen und
    PC können.
Die Teilkurse sollten jeweils an zwei Nachmittagen innerhalb von 4 bzw. 3 Wochen stattfinden. Geplante Termine waren Ende März und Mitte Mai 98.

Angebot
Die Überlegungen bekamen eine neue Wendung, als beim Veranstalter das Angebot einer Schule einging, die dort vorhandenen, vernetzten PCs für eine Schulung zum Thema Internet zu nutzen. Da außer Internet Browser nur Software zur Informatik- ausbildung, wie Compiler oder elektronisches Publizieren vorgesehen waren, wurde der potentielle Teilnehmerkreis auf Senioren mit PC-Kenntnissen begrenzt. Das Thema war nun "Internet kennen lernen" und damit konnten die Kursinhalte bestimmt werden.

Bild: 'Konfektionierung' der Übungsdisketten

Merk(e)Mal
Während der Vorbereitungen wurde eine logoähnliche Marke als Identifikationssymbols für diese Aktivität "Senioren ans Netz" gesucht und gefunden: Alle sollten einen kleinen Kaktus bekommen und das - zugegeben etwas holperige - Motto sollte sein:

Kann
    Alles
        Klicken 
            Tippen
                Und
                    Surfen

2. Die Kursstruktur

Der detaillierte Kursablauf mußte flexibel. "modular" sein, weil
1. die Zielgruppe kurzfristig definiert wurde,
2. die Durchführung in einer Schule unbekannter Ausstattung geplant war,
3. die Vorkenntnisse und die Erwartungshaltung der Teilnehmer unbekannt waren.

Bei einer Abstimmung mit dem isk rund zwei Wochen vor Kursbeginn, war der Teilnehmerkreis nicht im Detail bekannt. Es mußte davon ausgegangen werden, daß die Interesssenten sehr unterschiedliche PC-Kenntnisse haben würden.
Während eines längeren abendlichen (!) Abstimmtelefonats zwischen dem Kursleiter und dem 'PC-Raumverantwortlichen' der Schule zehn Tage vor dem Start , wurden erste Informationen über die Ausstattung des Schulungsraumes bekannt. Vor Kursbeginn sollten noch Speicheraufrüstungen und Softwareumstellungen erfolgen.
Die strenge Vorgabe, grundsätzlich keine eigenen Programme ausführen zu können, müßte eingehalten werden. Aus Sicherheitsgründen würden die 12 vernetzten PCs unter dem Basisbetriebssystem Microsoft WindowsNT betrieben werden. Einige Anwendungen z. B. DTP, C++ seien verfügbar, darunter auch Windows 3.x - mit den Basisanwendungen wie Paint, Editor und Internet Explorer. Die Arbeitsplatz-PC sind nur dazu autorisiert, daß Benutzerdaten in die eingerichteten 'Schülerordner' gespeichert werden können, oder daß das CD-ROM-Laufwerk auf dem Server als Datenquelle nutzbar ist.


Bild: Fachbereichsleiter Schulte-Göcking mit Projektleiter Schulden-Heß

Solange nicht sicher war, daß alle Teilnehmer PC-Vorkenntnisse mitbringen würden, mußte im Kurskonzept die Möglichkeit des Einbringens spezieller Programme enthalten sein (beispielsweise von Lernprogrammen). Die Schule hat in einem anderen Raum ältere 486er PC mit kleiner Wechselplatte. Damit wäre eine Möglichkeit gegeben, den Teilnehmern mit zu geringen Vorkenntnissen eine Einführung zu geben. Erst kurz vor Kursbeginn war eine 'Ortsbesichtigung' mit einer leider nur kurzen Einweisung in die technische Ausstattung. Die geplante und erforderliche Umrüstung der Geräte wurde nochmals angesprochen, weil das bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschehen war. Es wurden auch organisatorische Fragen geklärt:
- verschließbares Gelaß
- Projektions- möglichkeiten
- 'Schlüssel- und
- Schaltergewalt'
- Fotokopiermöglichkeit
- Dokumentation/
- Handbücher
- Metaplantafel


Bild: So ist das!

Grund setzen 
Was nichts kostet, taugt nichts... es sei denn, es ist karitativ! 
Heitere Gelassenheit 
Neugier 
Hilfe zur Selbsthilfe 
Mensch : Maschine = 1:1 
Workshop non-stress: chaotisch / verbindlich - sinnig / sinnlich 
Sprache: "Neudeutsch" 
Versuch und Irrtum / Try and Error 
"Ganz einfach!..." gibt es nicht 
Fragen, fragen, fragen > bis zum nächsten Tag beantwortet? 
Automation ist, wenn etwas ganz von allein kaputt geht (so antwortete sie auf die Frage, was unter Automation zu verstehen sei...) 
Und sonst möglichst: immer in den ersten Stunden "Theorieen", in der zweiten "Freies Surfen" (und das sehr bald..) 

In der Meinung, einen detaillierter Ablauf könnte er erst erstellen, wenn ihm neben Zielen auch gewisse Grundsätze eingefallen sind, hat der Autor sich die obigen Stichworte aufgeschrieben. Später hat er diese auch weitergegeben.
Inzwischen waren alle Interessenten vom Veranstalter nach ihren Vorkenntnissen befragt worden. Danach konnte der Kursablauf bestimmt werden.

3. Geplanter Ablauf
 
Thema: INTERNET KennenLernen 
(für Teilnehmer mit PC-Kenntnissen) 

Dienstag/Mittwoch 10./11.3.98 
Begrüßung 
Vorstellung der Beteiligten (isk, Kursleitung, Tutoren, TeilnehmerInnen) 
Ermittlung des Kenntnisstandes 
Welche Erwartungen? 
Bekanntes: WIN95? 
Begriffe: speichern/sichern? PC-Aufbau? 
Motherboard/Chips/Speicher/Hilfen, Lernprogramme? Netze? 
Kommunikation? Duplex/Simplex 
Präsentation "Internet KennenLernen" per 
Diaschau und 
HTML/Browser Funktionen 
Grobe Kursstruktur diskutieren 
Vorstellung des PC-Pools (evtl. andere Räume besichtigen) 
Übungsdiskette 'Diashows' vorstellen und verteilen 
Fotos der Teilnehmer (Digitalkamera) 
"Neue Kommunikationsmedien" 
Infrastrukturen 
Kabel, Funk (Satellit, Last Mile), 
Kabel TV(Set Top Box) > Internet 
PC, NC, NPC,... 
WWW Vorstellung eines Browsers, 
Demonstration einer beispielhaften Anwendung 
AUFGABE (Offline-Surfen: Beispiel "@ask.me") 

Dienstag/Mittwoch 17./18.3.98 
PC-Verbindungen 
Parallel/Seriell: Modem und Terminaladapter 
ISDN: Adapterkarten und Terminal Adapter 
Übungsdiskette 'Fotos' als HTML-Datei verteilen, 
AUFGABE (zum nächsten Termin Teilnehmernamen einfügen) 
Geschichte, Grundbegriffe, Technik des Internets 
Adressierungen @-sign > Alt + 0 + 6 + 4 
TV Set Top Box 
Massenmedium Internet 
Wer sind WIR und wer die ANDEREN? 
Unterschiede: BBS; Online-Dienst; 
Internet Provider 
 
 

Internet Möglichkeiten: 
Auskunftssysteme 
Diskussionssysteme 
Buchungssysteme 
Überblick über Internetprovider und -dienste: 
City-Web, T-Online AOL, GermanyNet, UUnet, 
FTP 
WWW die Browser Netscape Communicator/Internet Explorer 
Menüleiste, Buttons, Eingabezeile, 
Suchmöglichkeiten, Zwischenspeichern, 
URL 
Surfen die http://-Adressen 
Dienstag/Mittwoch 24./25.3.98 
Elektronische Post 
Einrichten der eigenen Adresse (lt. örtlichen Prozeduren) 
Empfangen vorbereite Mail 
Antworten auf Mail 
cc 
Anlagen 
Anmelde-/Zugangsverfahren unterschiedlicher Provider 
Demonstration einer beispielhaften Anmeldung bei T-Online 
AUFGABE 
Versteigerung am 19.-25.März? 
versenden eMail an alle Teilnehmer) 
Angebote (Die interessantesten Adressen) 
WWW Suchmaschinen 
Suchstrategien 

Dienstag/Mittwoch 31.3./1.4.98 
Kostenbetrachtungen als privater Nutzen 
Einführung in Webdesign 
Beispiel "Meine Geschichte" 
Markup Languages (HTML,...) 
Erstellen von HTML-Dateien mittels Editor und 'Wizzard' 
Text, Gliederungen, Tabellen, 
Verknüpfungen, Verzweigungen 
Bilddatenformate, 
Konvertierungs- und Komprimierungsfragen 
Inhalte (Öffentliche Diskussion, Sicherheit II, Zensur und Schmuddel) 
Vorschlag für die Erstellung einer eigenen Homepage (bei Provider T-Online) 
Surfen, surfen, surfen 
Abschlußdiskussion 

4. Bemerkungen zum Verlauf

Am Anfang Schrecken ohne Ende?

Bild: Frau Bamesreiter 'erfährt' mit der Maus Internet; Copilot Herr Hüther

Ohne Überraschungen verläuft kaum ein neues Vorhaben. Am Tag des Kursbeginns stellte sich heraus, daß weder Hardware - und schlimmer - noch Software wie geplant eingerichtet waren. Jedoch gab es Ausweichlösungen, die, wenn auch mit unterschiedlicher Tragweite, für die unterbrechungsfreie Durchführung des Kurses ausreichten.
Aber es gab eine zweite Bedenklichkeit: Der Veranstalter hatte die Flexibilität der Zuständigkeiten im öffentlichen Bildungsbereich überschätzt: Die letzte Woche fällt in die Osterferien und somit bleibt die Schule in jedem Fall geschlossen!

Fifty - fifty und eins zu drei
Der Teilnehmerkreis bestand aus 6 Damen und 7 Herren. Zwei Ehepaare hatten sich um die Teilnahme beworben und ausdrücklich darum gebeten, zu zweit an einem Gerät zu lernen. Einem 77jährigen männlichen Teilnehmer lag daran, von seiner Frau begleitet zu werden, ohne daß seine Partnerin als Teilnehmerin gezählt würde. Mit 5, bzw. 4 während der folgenden Tage, 'aktiv Schulenden' war ein optimales Verhältnis von eins zu drei, Lernende zu Helfern, bzw. Helferin, gegeben. Die Mitwirkung einer Helferin wurde sehr begrüßt. Wie sich im Verlauf des Kurses herausstellte, waren es besonders ihre Kenntnisse in der Netzwerkadministration, die aus gelegentlichen Problemen herausführten.

Was lernen?
Die Auswertung des Brainstormings über die Erwartungen der Teilnehmer ergab eine eindeutige Aussage zu Gunsten einer Einführung ins Internet. Nur drei Teilnehmer erwähnten an erster Stelle, daß sie allgemeinere Kenntnisse über PC-Anwendungen erwerben möchten. Es stellte sich jedoch schnell heraus,daß sie ihre Vorkenntnisse als zu niedrig eingeschätz hatten. Mit diesen Ergebnis war klar, daß der ins Auge gefaßte Rückgriff auf die 'stand alone' 486er im anderen Schulungsraum nicht erforderlich war.

Schule macht Schule

Bild: Schulleiter Herr Machon

Zum Beginn begrüßte der Schulleiter, Herr Machon, die Anwesenden und brachte seine guten Wünsche zum Ausdruck. Er wies darauf hin, daß die Schule ein starkes Interesse an neuen Kontakten nach 'außen' hat und daß man dabei auch neue Wege gehen will.
Eine freudige Überraschung war das Angebot des verantwortlichen Fachbereichsleiters, eine Digitalkamera benutzen zu können. Das kam dem Referenten gelegen, da er auch "Sinnlichkeit" auf seiner Grundsätzeliste hatte...

Wie wird HTML sinnlich?

Bild: Weitergabe

Auf das einführende Referat des Autors folgte eine kurze Diskussion. Die Zielsetzung fand allgemeine Zustimmung. Dem Referenten stand ein mit ausreichend Hauptspeicher und CD-ROM Laufwerk ausgestatteter Laptop (Pentium 166er MHz) zur Verfügung. Mit dessen Hilfe und einem großen TV-Monitor (90 cm?) präsentierte er den Teilnehmern die auch auf den ausgegebenen Disketten enthaltenen Diashows. Diese Shows waren inhaltlich identisch, aber unterschiedlich aufgebaut. Während die eine als selbstlaufende Demo erstellt worden war, diente bei der zweiten die Seitenbeschreibungssprache HTML zur Präsentation des Inhalts.
Alle Anwesenden hatten ihr Einverständnis gegeben, daß im Verlauf Fotos gemacht werden könnten. Mit der von der Schule zur Verfügung gestellten Digitalkamera Sony Mavica wurden an einigen Tagen Aufnahmen gemacht. Die Kamera legt die Images direkt auf Standard 3 1/2"-Disketten ab. So konnten diese Personenaufnahmen sofort kopiert werden und dazu dienen, sich im Hause weiter mit dem Internet zu beschäftigen (Kennenlernen von HTML-Dateien).
Jeder Teilnehmer erhielt "seine" Diskette mit allen Aufnahmen noch am selben Tag. Eine "Heimarbeit" konnte natürlich erst nach ausführlicher Diskussion der Grafikformate und der Konvertierungsmöglichkeiten angeregt werden. Weil sicher nicht alle Teilnehmer ein Bildbearbeitungsprogramm einsetzen könnten, alle aber unter Windows 95 arbeiteten, mußte der Umweg über MS Paint geschildert werden (Mavica sichert unter JPEG; MS Paint verarbeitet dies aber nicht). Das im Internet 'populäre' GIF-Format wurde vorgestellt. Die Aufgabe bestand nun darin, seinen eigenen Namen in das Bild zu schreiben (der Autor versprach sich damit auch ein leichteres Einprägen der Gesichter und der Namen...).

Freundliches Wiedersehen mit Ruf zur Ordnung
Den ausgesprochen herzlichen Begrüßungen am zweiten Nachmittag standen die Vorhaltungen des Beauftragten der gastgebenden Schule gegenüber, nicht auf die rechte Ordnung beim Verlassen der Räumlichkeiten geachtet zu haben.
Nach Bedauern und Entschuldigen konnte mit der Praxis begonnen werden. Rund die Hälfte der Teilnehmer hatte sich im Hause mit den Digitalfotos beschäftigt und gaben ihre Kopien zurück.

Endlich Praxis - wenn auch nur so getan wird

Bild: Labtop und TV-Monitor

Schwerpunkt des zweiten Tages sollte die Unterweisung in den Umgang mit den Browser-Oberflächen sein. Wie schon erwähnt, waren die Übungs-PCs nicht einheitlich ausgestattet. Auf der Hälfte der Rechner konnte nur mit dem MS Internet Explorer gearbeitet werden. Trotz des grundsätzlich gleichen Aufbaus zwischen Netscape Comminicator und Internet Explorer wurden beide ausführlich gegenübergestellt. Dazu gehörten auch die Sprachunterschiede englich/deutsch.
Nur wenige PCs konnten jetzt schon on-line gehen. Daher wurde eine vorbereitete Lösung gewählt. Mit Hilfe eines CD-ROM Paketes "@sk.me" sollte die Arbeitsweise des Browsers trainiert werden. Leider konnte auch diese 'statische' Internet-Übung nur wenig befriedigend umgesetzt werden. Da keine Software installiert werden sollte, konnte zwar das CD-Laufwerk des Servers genutzt werden, aber für eine 'richtige' Simulation des Surfens im Internet wäre die Installation der nötigen Indizes von der CD auf die Festplatte erforderlich gewesen.

Der Telefondraht ist nicht alles

Bild: Der Modem konnte leider nicht angeschlossen werdenLabtop und TV-Monitor

Nachdem die Teilnehmer eine neue Diskette mit tabellarischer Aufbereitung der Fotos im HTML-Format erhalten hatten, wurde über die technischen und organisatorischen Voraussetzungen eines "Go online" diskutiert. Nach einer ausführlichen Schilderung der Entwicklung und dem Einsatz von verschiedenen On-Line Systemen, wobei die Geschichte des Internet herausgestellt wurde, folgte die Vorstellung unterschiedlicher Provider.
Bis auf einen hatte kein Teilnehmer einen Online-Anschluß an seinem HomePC. Daher wurde ausführlich auf die technischen Voraussetzungen einer Installation eingegangen. Anhand eines Modems und aller Verbindungsleitungen konnten die Zusammenhänge deutlich gemacht werden.
Mit der T-Online Software 2.03 auf dem Laptop wurde die Installation der Programme und die Einrichtung des Online-Anschlusses durch den Nutzer eines Dienstes demonstriert, bzw. simuliert, denn es gab im Raum keine Möglichkeit einen Telefonanschluß für diese Zwecke (es war eine ISDN-TK-Anlage installiert). Die Teilnehmer hatten Kopien der Bildschirmlayouts zur Verfügung, um sich gegebenenfalls Notizen machen zu können (20 Seiten).
An dieser Stelle ein Wort zum Marketing zweier Provider: T-Online Marketing in Düsseldorf (Tel. 01300198) wurde vom Autor gebeten, 15 Exemplare ihrer CD zu überlassen. Das wurde zugesagt - aber bis Anfang April nicht ausgeführt! Anders die Marketiers von CityWeb (Tel. 0201-85010): Umgehend wurden deren CDs mit Zugangssoftware gegen sehr geringe Berechnung (3,- pro CD) geliefert.
Inzwischen konnten den Teilnehmern auch die vorab bestellen Begleitbücher ausgehändigt werden. Es handelte sich um das von Stiftung Warentest herausgegebene: "INTERNET nichts leichter als das" zum Preis von DM 19,80. Bis auf einen haben alle Kursteilnehmer und -innen das Buch gekauft.

Ohne Suchen kein Surfen

Bild: Und wie  das zu verstehen?
Während des "Theorieteils" berichtete einer der mitunterweisenden Senioren über seine Erfahrungen mit verschiedenen Providern: über T-Online zum CityWeb und gab entsprechende Praxistips.
Das Thema Suchmaschinen und Suchstrategien im Internet wurde ausführlich behandelt, Adressen wurden verteilt und es wurden Hinweise auf lesenswerte Einträge zum Thema Senioren gegeben.
Auf 10 PCs ist jetzt die Anmeldung über den Server zum Internet-Provider möglich; davon je zur Hälfte unter Windows NT und Windows 95. Von 2 PCs kann auf den Verwaltungsrechner der User-Identificationen zugegriffen werden. Mit diesen unterschiedlichen Konfigurationen muß bis zum Kursende gearbeitet werden.
Jetzt könnte "Surfen satt" stattfinden, aber leider sind die Benutzer immer wieder verunsichert, auch wegen der Auslastung des Systems:
    muß es nun WinNT oder Win95 sein?
    ist das Password Guest, User oder keines?
    geht dieser PC wirklich nicht? (wer zuerst kommt, mahlt zuerst).
 
Was heißt es, eigene Homepage?

Bild: So könnte es..

.
Bild: ... vielleicht gehen...

Anhand einer Gegenüberstellung von Provider-Angeboten wurde das Grundwissen zur Organisation, zu URLs (Universal Resorce Link), zu Programmiererfordernissen und zu den steuernden Institutionen, wie beispielsweise die beauftragte Uni-Berlin, diskutiert. Daran anschließend ergab sich eine Diskussion über die Kosten für einen Onlinezugang, mit denen ein Privathaushalt rechnen müßte. Als Beispiel für die Kosten je nach Leistungsangebot des Providers wurde eine Anzeigenkopie verteilt. Darin wird vom Angebot für Einsteiger zu DM 29,- pro Monat bis zum Professional für monatliche DM 149,- gesprochen.
Ein eher zurückhaltender Teilnehmer schilderte das Zustandekommen seiner Webpages, die vom Meidericher Bürgerverein unter der folgenden Adresse eingerichtet sind:
http://www.ourworld.compuserve/homepages/wuesti/bgvBuchb.htm

eMail Umstände
Nachdem die Hälfte der angesetzten Kursdauer vergangen war, wurden die Möglichkeiten elektronischer Post erläutert. Für jeden Teilnehmer konnte eine eigene Adresse eingerichtet werden, nach dem Muster
VNNNNNNN@bbks.du.nw.schule.de

Aber auch hier gab es Verwirrungen aufgrund der Installation. Da nur auf den beiden WindowsNT-PCs (unter Windows 95!) eMail-Austausch eingerichtet war, entstand ein Hickhack durch die notwendigen Änderungen im Nutzerprofil (Options), um die eigene Post öffnen und bearbeiten zu können.
Von ihren heimischen Computern hatten die 'Profis' - der Projektleiter, der Referent und Helfer - am Tag zuvor Mails an die Teilnehmer geschickt, die zu öffnen waren. Antwortmessages benötigten dann allerdings mehrere Tage bis zum Adressaten. Diese Verzögerung lag möglicherweise an der manuellen Leitungsunterbrechung, die ein dauerndes Polling in der Nacht und am Wochenende verhindern soll. (Übrigens wurde die Trennung einmal vergessen und führte prompt zu einer weiteren 'Ansprache' wegen der unnötigen Telefonkosten).

5. "Haipätext, Hateemel" und "Hohmpaedsch"


Bild: Frau Steeger ist im Netz

Die restlichen Treffen waren damit ausgefüllt, daß einige Teilnehmer ausgiebig das Informationsangebot durchstöberte und andere im Gespräch untereinander und mit den Betreuern ihre besonderen Fragen besprachen.
Außerden wurde allen gezeigt, wie sie interessante Webseiten auf ihre Disketten kopieren können, um sie beispielsweise im Hause auszudrucken. Nebenbei bemerkt, es gehörte zwar ein Tintenstrahldrucker zur Ausstattung des Raumes, aber mangels passender Treiber (für WindowsNT) konnte er nicht genutzt werden.
Nachdem die Strukturen der 'Onlinedokumentenbeschreibungssprache' HTML ja schon vorgestellt waren, wurde darüber nachgedacht, wie beispiels-weise eine eigene Homepage aussehen könnte.
Der Autor nahm die Gelegenheit wahr, seine Ideen einer kreativen Nutzung des PCs, anhand seiner privaten Bildergeschichte vorzuführen. Es ist eine Story die er anläßlich einer Familienfeier unter HTML-Standards mit alten Fotos und Zeichnungen erstellt hatte.
Jetzt konnte auch die Frage beantwortet werden, wie denn Webseiten auf einfachere, 'intuitive' Weise erstellt werden können: mit Hilfe der Browserfunktion "Composer", die auf der CD von CityWeb enthalten ist.
Leider konnten die Anwesenden aus den erwähnten Gründen diese Software nicht praktisch nutzen, sondern mußten sich mit der Präsentation über den TV-Monitor begnügen.
Die unterschiedlichen Möglichkeiten in den Webseiten auch Vertonungen auszuführen, wurden erläutert. Da nur der Laptop mit Sound ausgestattet war, konnten keine praktischen Anwendungen vorgeführt werden, sondern es mußte ausreichen, daß eine am Vortag geladene MIDI-Datei, aus
http://www.ekd.de
zu hören war.

6. Die ausgelegten oder -gegebenen Materialien (außer dem Kaktus)

Elektronische Medien

Bild: 'Das Futter für  zu hause'

    Zwei Disketten mit Datein im *.SHW; *.HTM; *.JPG und *.GIF Format
    Starter Kit CD-ROM des CityWeb, Essen

Druckerzeugnisse
    'Internet, Nichts leichter als das'
    Stiftung Warentest, Berlin
        DM 19,80 ISBN 3-931908-13-5
    Einkaufsführer Hard- und Software aus Computer Bild 5/98
    Die Online-Dienste im Test aus DOS Februar 1998
    Suchmaschinen im Überblick
    Images von Bildschirmanzeigen einer T-Online In stallation und Teilnehmerzugang
    Wege ins WEB aus DM April 98
    So gestalten Sie Ihre Startseite mit T-Online aus Computerbild 22/97
    Schema einer Hypertext-Verknüpfung von Herrn Borschel
    Die besten Internet-Adressen aus Computer Bild Extra4
    Die 333 besten Indernet @dressen aus Focus26 - 28/97
    Webnews aus MACNEWS
    Printout versandter/empfangener eMails
    "Für einen besseren Einstieg in die Männer-domaine Internet" aus General Anzeiger 21./22.3.98
    Hinweise auf
        Ein Börsentraining
        Eine Online-Versteigerung
 
 

7. Das Feedback

Unvollständig, trotzdem repräsentativ?

Bild: Die Herren Lehmann und Schulden-Heß recht entspannt
Zum Zeitpunkt dieser Niederschrift waren von vier Teilnehmerinnen und drei Teilnehmern sowie von zwei männlichen Helfern schriftliche Kursbeurteilungen bekannt. Fehlende Kritiken werden auf dem Postwege erbeten, denn da der letzte Kurstag ungeplanterweise auf einen Freitag fiel, hatten nicht alle kommen können.
Die Probe ist für eine statistische Auswertung nicht repräsentativ. Dennoch fällt auf, daß nur positive und sehr positive Anmerkungen aufgeschrieben wurden. Fast alle bemerken, daß eine freundliche und entspannte Atmosphäre herrschte, daß sie sich als Team empfanden und daß die Unterstützung durch die ehrenamtliche Helfer ganz außerordentlich war.
Auch der Autor empfing eine durchaus positive Resonanz.

8. Erfahrungen

Was gelernt!
Auf Seite 1 wurden die wichtigsten Punkte bereits genannt. Darüber hinaus wurden noch einige Beobachtungen gemacht.
Der angebotene Pausenkaffee, bzw. die Getränkepause, hat sehr positiv zur Atmospäre beigetragen. Die Gelegenheit zum Austausch und ein wenig Geselligkeit wurde gern genutzt.
Manchmal fiel es schwer, die Aufmerksamkeit der Hörer zu erreichen, wenn ein neues Thema angesprochen wurde, weil sie intensiv beschäftigt waren. Andererseits fanden die Demonstrationen über den TV-Monitor so großes Interesse, daß die Zuhörer ihre Plätze verließen und nach vorne kamen. Hierfür muß unbedingt eine bessere Lösung gefunden werden (Video Beamer).
Für den Autor hat es sich bestätigt, daß ein "gemietetes Umfeld", gemeint ist hier der öffentliche Raum einer Schule, besondere Anforderungen stellt, die nicht immer erfüllt werden konnten. Auch künftig wird er dafür plädieren, daß der Veranstalter die Ausstattung und die Betreuung stellt.
Manchmal sind es die gar nicht vorausgesehenen Dinge, die nachhaltig wirken können: Als der Autor die Anwendung seines Schriftfonts für die Deutsche Sprache, bzw. Sütterlin erwähnte, brach großes Hallo aus und fast alle wollten diese, ihnen in der Schule noch vermittelte Schreibschrift einsetzten. Sie hatten nie gedacht, daß es das gäbe und sprachen ganz begeistert darüber!

Dank - Dank - Dank allen!
Last but not least ist allen Beteiligten herzlich zu danken. Dazu gehören die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer (der hilfsbereite, freundliche Herr Tillmann!), die Veranstalter und die Verantwortlichen der BBK-Schule, aber ganz besonders die ehrenamtlichen Helfer Frau Franzen und die Herren Brockel und Hüther.


Bild: 'Für sich, mit anderen, für andere'